Meinung oder Nachricht?
Mit dem Titel ihres Buches "Erzählen, was ist" hat Karin Eigendorf ja ein bißchen das Spiegel-Motto abgekupfert. Sei´s drum - ich war neugierig auf das Buch, bin vielleicht mit einer anderen Erwartungshaltung rangegangen als andere Leser*innen. Mich hätte etwa interessiert, wie es ist, "nur Krise" zu machen statt die gesamte journalistische Themenvielfalt, die Journalisten etwa als Korrespondenten in einem Land oder einer Region abdecken. Oder - sie hat ja den Vergleich aus dem eigenen Berufsleben - eine Überlegung über die Unterschiede, die sich aus der Arbeit als Auslandskorrespondentin versus "Fallschirmjournalistin" ergeben - also immer dann einfliegen, wenn plötzlich geballtes Interesse an einem Land ist, dort aber nicht den Alltag zu leben. Statt dessen ist neben Autobiographie auch ein gutes Stück Selbstrechtfertigung ihrer Art der Berichterstattung im Zentrum des Buches. Über ihr jüngeres Ich als Abiturientin schreibt Eigendorf, sie habe als Jugen...