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Posts mit dem Label "Terrorismus" werden angezeigt.

Letzte Stunden, letzte Stimmen

  Lee Yaron ist Journalistin der liberalen israelischen Zeitung "Haaretz", einer Zeitung, die schon seit jeher immer wieder auch über die israelischen Palästinenser und die Geschehnisse in Gaza und im Westjordanland berichtete, die kritisch zum Siedlungsbau und der Regierung Netanjahu steht. In ihrem Buch „Israel, 7. Oktober“ erzählt sie von den letzten Stunden der Menschen, die bei den Anschlägen ums Leben kamen, von denen, die zwar überlebt haben, aber schwer traumatisiert sind von dem Erlebten und dem Tod von Freunden und Angehörigen.  Damit ist sie nicht alleine - in den vergangenen Monaten erschienen mehrere Bücher, in denen der Terrorangriff aufgearbeitet wurde, in denen auch Angehörige der Geiseln ihre Perspektive schilderten, etwa wie Ron Leshems "Feuer". Doch Yaron blickt über die "heimischen" Opfer hinaus, widmet sich auch denen, die in den Geschichten über den 7. Oktober seltener erwähnt werden. So berichtet sie nicht nur von Kibbuzbewohnern, so...

Weiterleben nach dem Anschlag

 Es gibt Daten, die brennen sich ins Gedächtnis ein - der 11. September, der Tag des Mauerfalls. Aber eben auch der 19. Februar, der Tag des Terroranschlags von Hanau. Vielleicht nicht so global, aber für die Menschen im Rhein-Main-Gebiet war es ein Tag, der das Gefühl von Sicherheit in der multikulturellen Gesellschaft der Region nachhaltig erschüttert hat. Das gilt um so mehr für Menschen wie Said Etris Haschemi: Er überlebte den Anschlag in der Arena-Bar schwerverletzt, sein jüngerer Bruder Nesar wurde getötet, ebenso wie acht andere junge Menschen an den beiden Tatorten. Sein Buch "Der Tag, an dem ich sterben sollte", ist eine Auseinandersetzung mit dem Anschlag und seinen Folgen, mit den Fragen der Angehörigen und Freunde, die im Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags nicht zu ihrer Zufriedenheit beantwortet wurden. Hashemi hat mit der Initiative 19. Februar zusammengearbeitet, und das merkt man dem Buch teilweise an - immer dann, wenn Aktivist*innensprech und -d...

Junge Frau als Bauernopfer in Terror-Paranoia

 Ein provokanter Facebook-Post, mit dem die junge Textilverkäuferin Jivan eigentlich nur Likes und Aufmerksamkeit erzielen wollte, wird für die junge Frau in einem indischen Slum zu Verhängnis: Polizisten stürmen mitten in der Nacht die Behausung der Eltern, nehmen Jivan fest, die mit schweren Vorwürfen konfrontiert wird: Sie soll Terroristen, die einen Anschlag auf einen Zug verübten, überhaupt erst denWeg durch die verwinkelten Straßen des Slums gezeigt haben und so bei der Tat geholfen haben, über Facebook soll sie mit einem Terroranwerber in Kontakt getreten sein. Mit "In Flammen" schildert Megha Majumdar eine Art indischer Version der "verlorenen Ehre der Katharina Blum", in unserer Zeit und den aktuellen Terrorgefahren. Ihre Protagonistin ist eine chancenlose junge Frau, die in das Mühlwerk eines unbarmherzigen Justizsystems, politischer Ambitionen und Hetze in den Medien gerät. Eine faire Chance im Kampf um ihre Freiheit und ihr Leben wird sie nie haben. Als ...

Terror auf dem Weihnachtsmarkt

 Spätestens seit den Millenium-Romanen von Stieg Larsson stehen skandinavische Kriminalromane und Thriller für eine Mischung aus Spannung und politischer beziehungsweise gesellschaftlicher Brrisanz. Ob es sich um Gewalt gegen Frauen, Fremdenhass und Rassismus oder die wachsende soziale Schere handelt - eine ganze Reihe von Autoren legen den Finger in offene Wunden. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die meisten Vertreter dieses Genres zuvor als Journalisten arbeiteten. So auch Kim Faber und Janni Pedersen, die sich mit ihrem Buch "Winterland" ganz wunderbar in diese skandinavische Tradition einbringen. Ist der erste Band einer als Triologie angelegten Reihe ein Krimi oder ein Polit-Thriller? Am Ende werden die Grenzen verwischen, doch spannend, vielseitig und nachdenkenswert ist der Fall der Kopenhagener Polizistin Signe Kristiansen und ihres Kollegen Martin Junckersen, der als Kleinstadtpolizist in seinen Heimatort Sandstedt gewechselt ist, um seinen dementen Vater zu verso...

Der Tag, der sich einbrannte - "Und auf einmal diese Stille"

Das Datum kennt wohl jeder, Bilder und Geschichten haben sich eingebrannt in das kollektive Gedächtnis nicht nur, aber ganz besonders der Amerikaner. Der 11. September oder "nine eleven" - das ist ein Synonym für den Terror, für den Tag, an dem die Welt ein großes Stück Unbekümmerheit verlor, der Tag, der Sicherheit auf Flughäfen für immer veränderte. Alles schon gesagt? Mit "Und auf einmal diese Stille" greift der Historiker und Journalist  Garrett M. Graff auf die Tradition der "oral history", also der mündlichen Geschichtsüberlieferung zurück. Die Menschen erzählen lassen - Bekannte und Unbekannte, Entscheider und solche, die sich als Spielball der Ereignisse erfahren, damit schließt Graff an die Tradition etwa von Studs Terkel an,  der Weltkriegssoldaten und Zivilisten eine Stimme gab. Hier nun sind es Banker und Angestellte der Firmen in den Türmen des World Trade Centers, Feuerwehrleute, Ärzte, Polizisten, Überlebende und die Angehörigen der Tote...

Leider aktueller denn je - "Hasskrieger"

Beim Schreiben an ihrem Buch "Hasskrieger" wurde Karolin Schwarz von den aktuellen Ereignissen ein-, ja überholt: Der Terroraschlag von Christchurch auf betende Menschen in einer Moschee war ursprünglich einer der Auslöser für ihr Buch über den neuen globalen Rechtsextremismus gewesen. Während die freie Journalistin und Faktencheckerin noch an dem Text arbeitete, kam es zum Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Wlter Lübcke und dem Anschlag von Halle. Wenige Wochen nach der Veröffetlichung reiht sich nun der Anschlag von Hanau ein in die Serie rechtsextremer und rassistischer Gewalt in Deutschland und in der Welt. "Hasskrieger" ist - leider - aktueller denn je. Anders als das erst vor wenigen Monaten im gleichen Verlag herausgegebene Buch "Extreme Sicherheit" über Rechtsextreminsmus oin Polizei, Bundeswehr oder Justiz geht es hier weniger um regionale oder beerufliche Hintergründe, sondern die Vernetzung und das Netz, die Instrumentalisierung sozial...

Westwall - Polizeischülerin als Spielball einer Terrorermittlung

Benedikt Gollhardt hat bisher immer Drehbücher geschrieben - das merkt man seinem Thrillerdebüt "Westwall" auf wohltuende Weise an. Denn so bildstark und szenisch ist der spannende Roman um eine Polizeischülerin, die zum Spielball des Verfassungsschutzes wird, dass  ganz automatisch Kopfkino in Gang gesetzt wird. Mit Rechtsextremismus, Terrorplänen, Manipulation und Machtmissbrauch hat Gollhardt aktuelle Themen audgegriffen und bei aller dichterischer Freiheit acheint das Szenario nicht aus der Luft gegriffen. Polizeischülerin Julia ist das Berufsziel Polizei nicht gerade in die Wiege gelegt worden: Die junge Frau wuchs in einer Bauwagensiedlung von Aussteigern auf, ihr Vater ein ehemaliger Punker, der sie alleine aufgezogen hat. Dass sein Julchen ausgerechnet zu den "Bullen" will, kann der Mann mit dem "ACAB"-Tattoo (All cops are bastards) irgendwie nicht nachvollziehen. Und ein bißchen scheint der manchmal eher naiv-unschuldigen Frau denn auch die Härt...

Der Patriot - Thriller um Mordserie von Nationalisten an Journalisten

Voll filmreifer Dramatik und Gewalt, zugleich aber auch Auseinandersetzung mit der so gar nicht fiktiven und nicht auf Schweden beschränkten Feindschaft der Neuen Rechten und nationalistischer Extremisten auf liberale Medien: Mit "Der Patriot" hat Pascal Engman einen packenden Thriller geschrieben. Ein mordendes Trio hinterlässt in Schnweden eine Blutspur, nicht unähnlich der Terrorgruppe NSU. Ihre Opfer sind jedoch nicht Migranten, sondern Journalisten, die sich in ihren Artikeln für Toleranz und eine offene Gesellschaft ausgesprochen haben. Zwei weitere Erzählstränge befassen sich mit dem aus Syrien stammenden Taxifahrer Ibrahim, der ein stolzer neuer Schwede ist, aber in eine auswegslose Situation gerät, als er eine Entscheidung zwischen der Liebe zu seiner Familie und der Liebe zu seiner skandinavischen Heimat treffen muss, und mit dem früheren Fremdenlegionär August, der in Chile als Leibwächter für einen russischen Mafioso arbeitet. Die zunächst eher verschlungene H...

Das Böse unter uns - Terror-Thriller "Die Essenz des Bösen"

Der Londoner Kriminalpolizist Max Wolfe will eigentlich nur einen Rucksack für seine kleine Tochter kaufen – doch unversehens wird das Einkaufszentrum zum Tatort: Terorristen bringen mit einer Drohne einen Hubschrauber zum Absturz. Als der Helikopter durch das Glasdach des Einkaufszentrums stürzt, muss auch Wolfe um sein Leben rennen. Das ist der dramatische Auftakt von Tony Parsons Kriminalthriller “Die Essenz des Bösen” Die Ereignisse lassen beim Leser einen inneren Film ablaufen – schließlich sind die Schreckensbilder eines Terrorangriffs an einem dicht bevölkerten Ort seit dem 11. September ins kollektive Gedächtnis gebrannt und seitdem immer wieder durch Anschläge in Madrid und Paris, in Brüssel und Berlin verstärkt worden. Szenenwechsel: Wolfe nimmt zusammen mit einem Trupp Elitepolizisten an einem Einsatz teil, der zur Festnahme der mutmaßlichen Täter des Anschlags führen soll. Doch die Aktion endet nicht nur mit dem Tod der beiden Attentäter, auch eine Polizistin...