Für eine positive Streitkultur
Mit Kontroversen kennen sich Meron Mendel und Saba-Nur Cheema aus. Das Ehepaar forscht und arbeitet gemeinsam wie einzeln zu Extremismus, Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus, leistet politische Bildungsarbeit und sucht das Gespräch auch dort, wo es schwierig ist. Ihr neues Buch, "Die Empörungsfalle" ist ein Beitrag für eine konstruktive Streitkultur ohne Scheuklappen und Selbstbeschränkungen, ohne cancel culture und Verbleiben in der eigenen Bubble. Reflektiert, klug beobachtend, mit offenem Blick als Einladung zum Dialog geschrieben, halte ich "Die Empörungsfalle" für längst überfällig. Beim Lesen dachte ich mir wiederholt "Schön, dass ich das nicht allein so sehe", geht es doch nicht nur um das Aufbrechen von Blasen, sondern auch um die Kategorisierung von Menschen in immer mehr Schubladen und eine Hypersensibilisierung, die gut gemeint sein mag, aber letztlich wenig konstruktik ist - etwa wenn es darum geht "geschützte Räume" zu schaf...