Rasende Reporterin trotz knirschender Gelenke
Es hat immer ein bißchen was von Entblätterung, wenn Journalisten über sich und ihre Arbeit schreiben. Und natürlich über geschätzte oder verachtete Kolleginnen und Kollegen. Das kann unerhaltsam sein, scharfsinnig, eitel - im Fall von Gabriele Riedles "In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg" ist es vor allem eine literarische Verfremdung eines Genres, das eigentlich von präziser, ja nüchterner Sprache lebt. Jedenfalls im klassischen Nachrichtenjournalismus, der Fall Relotius hatte - vor dem Sündenfall - ja gezeigt, dass literarische Ausschmückungen die Chancen für prestigeträchtige Journalistenpreise steigern können. Hier wird nun nicht geclaast, hier steht gleich im Untertitel "Eine Art Abenteuerroman". Wie viel die Ich-Erzählerin und die Autorin, abgesehen vom Job und der Arbeit in Krisen- und Kriegsgebieten tatsächlich gemeinsam haben, darüber kann ich nur mutmaßen. Lernen branchenfremde Leser hier etwas vom Alltag von Kriegs- oder Krisenreportern? Auf jeden Fall b...