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Überlebenskampf in der neuseeländischen Wildnis

 Die privilegierte Kindheit dreier Geschwister einer englischen Managerfamilie findet ein jähes Ende, als die Eltern während eines Neusseeland-Urlaubs  mit ihnen im Auto veruglücken. Der Wagen der Familie stürzt über eine Klippe in einen Fluss, der siebenjährige Tommy, die zwölfjährige Katherine und der 14-jährige Maurice überleben als einzige.  Ein Handy gibt es zum Unfallzeitpunkt im Jahr 1978 nicht - und vorerst vermisst niemand die Familie, die ihre Zelte in England abzubrechen und nach Neuseeland zu ziehen, wo der Vater aber erst in zehn Tagen an seiner neuen Arbeitsstelle erwartet wird. Bis dahin, das ist Maurice und Katherine schnell klar, wird niemand sie vermissen oder suchen. Um in der Wildnis zu überleben, sind sie ganz auf sich gestellt - und gründlich überfordert mit der Situation. Das ist die dramatische Ausgangssituation von Carl Nixons Roman "Kerbholz". Im folgenden zeichnet sich dieser Roman allerdings weniger durch Action aus, als durch psychologische Sp...

Ein Unglück, privates Leid und öffentlicher Druck

 Daniel Glattauers Buch "Die spürst du nicht"  beginnt wie ein großbürgerlicher Sommertraum: Zwei befreundete Ehepaare samt Nachwuch fahren gemeinsam zum alljährlichen Sommerurlaub in die Toskana, genießen auf der Terrasse mit Poolblick den ersten Prosecco. Das Leben kann so schön sein, der perlende Wein überdeckt fad gewordene Beziehungen. Diesmal ist die Gruppe erweitert um Aayana, eine Klassenkameradin der 14-jährigen Sophie-Luise, in der Klasse eher isoliert. von So-Lu aber als neue beste Freundin auserkoren - schon wegen der krassen äußeren Kontraste, die auf Instagram abgehen werden bei ihren Followern.  Da wird schon ein Akzent dieses Romans gesetzt: Der Schein und das Sein, die öffentliche Begleitung privaten Lebens, das im Fall der Strobl-Martineks durchaus auch öffentlich ist, denn So-Lus Mutter ist eine grüne Abgeordnete und wird als künftige Umweltministerin gehandelt. Die Idylle bricht zusammen, als es zu einem Umglück kommt: Aayana ertrinkt im Pool, so leise...

Bitterböse und traurig - die F*ck-it-Liste

 Es ist nicht ganz einfach, eine Kategorie für John Nivens Roman "Die F*ck-it-Liste" zu finden: Polit-Satire, Thriller, Drama? Wie man es aus anderen Romanen des schottischen Autors kennt, geht es ganz schön brachial und blutig zu. Doch im Gegensatz etwa zu "Kill ´em all" (das ich im vergangenen Oktober hier rezensiert habe https://nimm-ein-buch.blogspot.com/2020/10/der-bad-boy-ist-zuruck-kill-em-all.html), ist Die F*ck-it-Liste, düsterer, trauriger, ohne die an Tarrantino erinnerten Gewalt-Grotesken. Wie Leonard Cohen schon sang: You want it darker? Das gilt für dieses Buch.  Nicht nur, dass Frank Brill, ehemaliger Zeitungsredakteur einer Kleinstadtzeitung im Mittleren Westen, erfahren muss, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist und ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Der Mann hat in den vergangenen Jahren gleich mehrere schwere Schicksalsschläge überstehen müssen: Seine dritte Frau und sein jüngster Sohn kamen bei einem Schulmassaker ums Leben, seine ältere Tochter...