Dialog in der Provinz - "Goldene Jahre"
Wenig Handlung, viel dahinplätschernder Dialog - und gerade dadurch wird in Arno Camenischs gerade mal 100 Seiten umfassenden Roma "Goldene Jahre" ein Porträt Graubündener Provinz gezeichnet. Seit dem Jahr der Mondlandung betreiben Margrit und Rosa-Maria ihren Kiosk samt Zapfsäule, bilden einen der Dreh- und Angelpunkte ihres Dorfes und halten im Gespräch Rückschau auf 51 Jahre mit dem Verkauf von Heftlis, der Tour de Suisse als Highlight, den Amouren und Liebeskummer der Nachbarn. Ein wenig ist "Goldene Jahre" auch ein Abgesang auf Jugend (obwohl sich Margrit und Rosa-Maria nun wirklich noch nicht zum alten Eisen zählen), dem Einbruch des wirtschaftlichen Erfolgs der Zapfsäule, seit die Umgehungsstraße gebaut wurde und die durchreisenden Touristen nicht mehr am Kiosk die letzte Tankfüllung vor der Tankstraße holen. Und auch die Winter waren früher ganz anders - mittlerweile wird der Nachbar mit der Schneefräse kaum noch gebraucht. Der Klimawandel lässt grüßen...