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Posts mit dem Label "Rechtsextremismus" werden angezeigt.

Brandgefährlich ? - vom Umgang mit der AfD

 Der Warnruf kommt zu einer Zeit, als Zehntausende überall in Deutschland gegen die AfD und Rechtsextremismus auf die Straße gehen. Das hatte Hendrik Cremer beim Schreiben an seinem Buch "Je länger wir schweigen, desto mehr Mut werden wir brauchen" über die AfD als rechtsextremistische, nationalistische und antisemitische Partei wohl nicht ahnen können. Das Buch passt aber insofern gut in die Zeit. Der Autor arbeitet beim Deutschen Institut für Menschenrechte und untermauert seine Thesen mit zahlreichen Fußnoten - tatsächlich ist der Anhang zu den Nachweisen fast so umfangreich wie der eigentliche Text. Cremer argumentiert meinungsstark und erweckt mitunter den Eindruck, Alleinanspruch auf die Wahrheit und das Wissen über den richtigen Umgang mit der AfD zu haben, wenn er etwa auf die Medienberichterstattung oder die Präsenz von AfD-Vertretern in Interviews und Parteirunden eingeht. Aber dazu später mehr. Eher knapp geht der Autor auf die Entstehungsgeschichte der AfD ein, di...

Gerichts-Allerlei von der Zuschauertribüne

Dass es durchaus glücken kann, wenn Literaten oder Philosophen Zeugen und Dokumentare harter Wirklichkeit oder spektakulärer Prozesse werden, hat "V13" über den Bataclan-Prozess gezeigt. Die Perspektive eines Außenseiters, der nicht professioneller Zeuge oder Beteiligter von Gerichtsverfahren hat, kann ein frisches Element hereinbringen, ist zudem nicht an die tagesaktuelle Berichterstattung gefesselt. Mit "Laufendes Verfahren" hat sich die österreichische Autorin Kathrin Röggla den Münchener NSU-Prozess vorgenommen und damit das bisher längste Staatsschutzverfahren der bundesdeutschen Geschichte, zudem über eine Terrorserie, die auch für ein Versagen - und rassistische Augenblenden - bei Polizei und Verfassungsschutz stehen. Da könnte doch eigentlich nichts schiefgehen? Kann es aber doch. Zwar wurde Röggla für dieses Buch für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert. Und sprachlich-stilistisch, als Dauerwortspiel und Verwendungsmarathon des Futur 2 mag das ja auch se...

Waffen und Sprengstoff für den Tag X - "Staatsfeinde in Uniform"

 Es gibt "Prepper", die werden als harmlose Spinner mit Weltuntergangsfantasien belächelt. Wenn es sich allerdings um Elitesoldaten und -polizisten handelt, die nicht Wasser, Benzin und Bundeswehrproviant horten, sondern Sprengstoff, Munition und Sturmgewehre, vergeht das Lachen ganz schnell. Ganz besonders dann, wenn rechtsextremistisches Gedankengut im Spiel ist, Todeslisten gegen Politiker, Journalisten und andere Missliebige vorbereitet werden.  Szenarien wie diese spielen nicht nur in diversen Thrillern und Kriminalromaen eine Rolle, zuletzt etwa in "Der Solist" von Jan Seghers, es gibt ganz konkrete Beispiele aus den vergangenen Jahren - und es sind längst keine bedauertlichen Einzelfälle mehr, wie mancher Politiker immer noch glauben möchte. In seinem Buch "Staatsfeinde in Uniform" beschäftigt sich der Journalist Dirk Laabs mit diesem Phänomen, beschreibt Vorfälle und Skandale der Vergangenheit, analysiert das Versagen von Vorgesetzten und Sicherhei...

Abrechnung mit Gleichgültigkeit und Schweigen - "Deutschland schafft mich"

Man könnte Michel Abdollahi direkt als Vorzeige-Migranten bezeichnen - wenn er nicht schon längst Deutscher wäre. Wenn auch nicht von Geburt an, da war er Iraner, kam als fünfjähriger mit der Oma nach Deutschland. Seine Eltern waren angesichts des Iran-Irak-Krieges in Sorge, dass bei einem männlichen Kind und damit einem künftigen möglichen Soldaten zu einem späteren Zeitpunkt keine Ausreiseerlaubnis möglich gewesen wäre.  Inzwischen ist der studierte Jurist Abdollahi preisgekrönter Journalist, deutscher Staatsbürger und mittlerweile sehr besorgt. Denn egal wie erfolgreich, wie heimisch - für die Menschen der neuen Rechten, für diejenigen, die in Flüchtlingen eine Bedrohung sehen und in Muslimen Terroristen sieht einer wie Abdollahi nicht deutsch genug aus, um dazu zu gehören. Mit seinem Buch "Deutschland schafft mich" hat der Journalist nun eine sehr persönliche Abrechnung mit gesellschaftlichen Entwicklungen unter dem Eindruck eines Abdriftens nach Rechts geschrieben. Ein...

Lauter Einzelfälle? - "Extreme Sicherheit"

Nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke kamen schnell Stimmen auf, ob die Tat mit politischen Äußerungen des Politikers zur Aufnahme von Flüchtlingen in Zusammenhang stehe. Offiziell zumindest wurde abgebremt: Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen, hieß es, zumindest laut öffentlichen Stellungnahmen wurde das private Umfeld abgetastet. Als dann schließlich ein Mann mit rechtsextremer Vergangenheit  als mutmaßlicher Tatverdächtiger festgenommen wurde, wurden Fragen nach rechtsextremen Netzwerken ebenfalls zunächst ins Reich der Spekulationen verwiesen. Die Informationen über die Ermittlungsfortschritte sind zwar nach wie vor spärlich, doch mittlerweile scheint immerhin bestätigt, dass der mutmaßliche Mörder zumindest Kontakte zu anderen gehabt hat. Der - öffentliche - Umgang mit dem Fall Lübcke ist kein Einzelfall. Sicher,  Ermittler werden sich immer mit Informationen zurückhalten, schon mit Blick auf ein künftiges Strafverfahren und die Über...