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Posts mit dem Label "Nahostkonflikt" werden angezeigt.

Persönlicher Blick auf den 7. Oktober und die Folgen

 Ron Leshems Buch "Feuer" ist gleichzeitig Blick in die verwundete Seele Israels und Chronik des Massakers und seiner Folgen, aber auch reflektierte Darstellung der Geschichte des Nahostkonflikts, kritische Analyse der Regierung Nentanyahu und der Abhängigkeit des Regierungschefs von Koalitionspartnern, die statt Sachverstand Ideologie haben. Der Autor, Ex-Journalist, Ex-Nachrichtenoffizier schreibt einerseits aus der Distanz eines Israelis, der sich sein Leben in den USA aufgebaut hat und die Ereignisse nicht vor Ort miterlebt hat, doch gleichzeitig als persönlich Betroffener: Seine Tante und sein Onkel wurden am 7. Oktober in ihrem Kibbutz ermordet, sein Cousin verschleppt und nach wochenlanger Geiselhaft ebenfalls ermordet. Dieses Buch ist voll Schmerz, Verzweiflung und Wut über das Versagen auf politische und Sicherheitsebene, trotz Warnungen und Analysen. Doch es ist kein Buch des Hasses - Leshem sucht weiterhin Kontakt zu palästinensischen Freunden in Gaza und im Westjo...

Geschichte einer Terrororganisation

 Nach dem Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober haben sicherlich viele gerätselt: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Wie konnten, gerade angesichts der beengten Verhältnisse auf dem Gazastreifen die Terroristen eine solches Waffenpersonal horten? Und wie konnte es sein, dass die israelischen Sicherheitsbehörden, seit Jahrzehnten geübt und erfahren in der Terrorabwehr, nicht rechtzeitig erkannt oder erfahren haben, was sich auf dem Gazastreifen zusammenbraute? Andere, für die der Nahostkonflikt immer sehr weit weg war, mögen gefragt haben: Was genau ist eigentlich die Hamas, was treibt sie an, was ist ihre Ideologie? Auf all diese Fragen gibt Joseph Croitoru in seinem Buch „Die Hamas“ Antworten – und angesichts des emotional aufgeladenen Themenkomplexes Nahost ist seine sachliche Gründlichkeit gar nicht hoch genug einzuschätzen. Für alle, die sich historischen Hintergrund und ideologisch-politische Einordnung gleichermaßen verschaffen wollen, ist dieses Buch unbedingt zu emp...

Ein Kaleidoskop von Schmerz und Versöhnung - Apeirogon

 Der Autor selbst spricht von einem Hybrid-Roman. Mehr als 1000 Kapitel, die manchmal nur ein Gedankensprengsel, ein Satz sind. "Apeirogon" vom Colum McCann ist ein Kaleidoskop des Nahostkonflikts, der verschiedenen Lebenswelten in Israel, ganz abhängig davon, in welche Religion, ethnische Gruppe, Region jemand hineingeboren wurde. Und dennoch gibt es diese enorme, lebenserschütternder Gemeinsamkeit, die der Palästinenser Bassam, geboren in einer Höhle bei Hebron, und Rami - väterlicherseits Sohn eines ungarischen Holocaust-Überlebenden, müttericherseits Jerusalemer in der siebten Generation, miteinander teilen: Sie sind verwaiste Eltern, jeder von ihnen hat eine Tochter gewaltsam verloren. Ramis Tochter Smadar starb im Alter von 13 Jahren in einer Jerusalemer Einkaufsstraße, als sich drei Selbstmordattentäter in die Luft sprengten. Abir, die zehnjährige Tochter Bassams, wurde von dem Gummigeschoss eines israelischen Soldaten in den Schädel getroffen, als sie sich in der Schu...