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Roman mit Symbolkraft

Es gibt Sätze in Robert Menasses Roman "Die Erweiterung", die strotzen nur so vor Aktualitätsbezug, erklären vieles und scheinen mehr an der Realität als an Fiktion ausgerichtet zu sein. Daneben wird literarisch die Phantasie ausgetobt, aber auch das mit reichlich Symbolkraft. Menasse schaut auf das Gewerk der EU im brüokratiebestimmten Brüssel, er schaut aber auch zu denen, die noch an die europäische Idee glauben und jenen, die die eigenen Hoffnungen und Werte mittlerweile mit Füßen treten. Albanien träumt von Europa, vom nächsten Erweiterungschritt der EU, doch die kommt nicht so recht voran. Liegt es an dem Misstrauen einem muslimischen Land gegenüber? An der Ernüchterung, die sich keine 20 Jahre nach dem EU-Beitritt Polens und Ungarn breitmacht, Ländern, die 1989 für den poltischen Umbruch standen und nun immer stärkere autoritäre Züge aufweisen? Da werden einstige Blutsbrüder zu Feinden, wie der polnische EU-Beamte Adam Pradower und sein alter Freund im antikommunistisc...

Abschottung - über Mauern und Abgrenzung

Es ist noch keine 30 Jahre her – plötzlich fiel die Berliner Mauer, das Brandenburger Tor war offen, die Scorpions besangen den “Wind of Change” und quer durch Europa fielen die Grenzzäune des Kalten Krieges. Wer zwischen den Schengen-Staaten durch Europa reist, merkt kaum noch, wann eine Staatsgrenze überschritten wurde. Grenzen und Abgrenzung – alles eine historische Altlast? Keineswegs, denn während US-Präsident Donald Trump seine Mauer an der Grenze zu Mexiko noch nicht hochgezogen hat, stehen an vielen Stellen Grenzzäune. Ungarn, ausgerechnet das Land, das 1989 den Stacheldraht einfach ignorierte und Menschen aus der DDR die gefahrlose Ausreise in den Westen ermöglichte, hat wieder neuen Stacheldraht gegen Flüchtlinge hochgezogen, sieht sich angesichts der vor allem aus Syrien und anderen Krisenstaaten des Nahen Ostens flüchtenden muslimischen Menschen als Verteidiger des christlichen Abendlands. Und dass es nicht mehr Mauern an anderen europäischen Grenzen gibt, h...

Land unter im Paradies - Reportagen zum Klimawandel

#Sachbuch #Klimawandel #Umwelt #Afrika #Nahost #Europa #USA Wie zeigt sich der Klimawandel im Kleinen, für Weinbauern und Fischer, für Inselbewohner und Menschen, die in Regionen leben, in denen ohnehin schon Wassermangel herrscht? Dieser Frage ist die Historikerin und Autorin Susanne Götze in einer Sammlung von Reportagen nachgegangen. Ein Großteil der in Afrika, Europa, Amerika und dem Nahen Osten recherchierten Artikel ist nicht mehr ganz neu – einige von ihnen wurden bereits vor rund zehn Jahren veröffentlicht. Götze sprach mit Kommunalpolitikern und Bauern, Wissenschaftlern, Umweltschützern, aber auch mit Leugnern des Klimawandels. Ihr persönliches Engagement und ihre eigene Betroffenheit über die Auswirkungen von Klimaveränderungen, über nur langsam greifende Anpassungsmaßnahmen werden nicht nur angedeutet, sie sind stellenweise geradezu plakativ.  Darin liegt die Schwäche der Reportagesammlung, jedenfalls wenn die Grundregeln objektiver, an Tatsachen orientiert...