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Posts mit dem Label "Klimawandel" werden angezeigt.

Zukunftsszenarion mit Schwächen

 Auf ihrer Webseite weist die Autorin und Journalistin Gaia Vice gerne darauf hin, dass sie vielfach preisgekrönt ist. Ihr jüngstes Buch, "Das nomadische Jahrhundert" konnte mich allerdings nur bedingt überzeugen, auch wenn ich den Ansatz nachdenkenswert und spannend finde. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen und Zukunftsszenarien ist die Erderwärmung infolge des Klimawandels, wobei sie den pessimistischen (aber sicherlich nicht unbegründeten) Theorien folgt, dass es nicht rechtzeitig gelingt, die Erderwärmung zu stoppen. Die Folgen in bereits wenigen Jahrzehnten führen danach zu Lebensbedingungen vor allem rund um den Äquator, die Landwirtschaft, aber auch ganz normales Leben unmöglich, zumindest aber unerträglich machen. Die Zahl der Klimaflüchtlinge werde massiv zunehmen. In ihrem Buch argumentiert Vince zunächst, dass Migration seit jeher zur menschlichen Entwicklungsgeschichte gehört, gewissermaßen ein Prozess, der zu unser allem evolutionären Erbe gehört und positiv gesehe...

Bedrohliche Alpenidylle

 "Der Berg ruft nicht, er kommt", hieß es mal in einem Bericht über die Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen und anderen Gebirgsregionen.  Welche Auswirkungen das für die Einwohner vor Ort hat, ist Thema in Petra Huckes Alpenroman "Vom Gehen und Bleiben", in dem nicht nur die Generation Greta eine Identifikationsfigur findet. Gerade mal 60 Einwohner hat das kleine Dorf Vischnanca in der rätoromanischen Schweiz, seit neuestem sind es vier mehr: Eine deutsche Familie aus Duisburg hat ein Haus im Dorf gemietet. Vor allem Familienvater Fabio, ein Ingenieur mit übermächtigem Vater, hofft auf einen Neuanfang: Alles kleiner als bisher, Homeoffice und Hausmann-Dasein, während endlich Ehefrau Katja als Managerin eines Öko-Hotels in einer nahen Stadt karrieremäßig durchstarten kann. Für Jasper, 17, und Jojo, 14, bedeutet es eine neue Sprache und Suche nach Freundschaften in einem Ort, wo sie so gut wie keine Gleichaltrigen haben. Der erste Wermutstropfen kommt unmittelb...

Klimaerwärmung macht nicht nur Menschen zu schaffen - "Tierisch heiß"

 Die Vorstellung treibt den Puls von Tierfreunden mit einem Faible für Teddybären nach oben: Koalas, die tot von Bäumen fallen. Die Rede ist nicht- oder jedenfalls nicht ausschließlich von den verheerenden Waldbränden in Australien, denen massenweise Wildtiere zum Opfer gefallen sind. Die Wildtierbiologin Lisa Warnecke befasst sich in ihrem Buch "Tierisch heiß" mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt. Da sie mit ihrer Familie in Australien lebt und dort forscht, geht es unter anderem um die Koalas, die bekanntlich weder besonders schnell laufen können noch mal eben so ihre Ernährungs- und Lebensgewohnheiten umstellen können. Und wenn Eukalyptuswälder unter klimabedingten Hitzestress leiden, geht es natürlich auch den Koalas schlecht. Dabei ist es gar nicht allein der Temperaturanstieg, der den Tieren zu schaffen macht, erläutert die Autorin und kommt auf die Möglichkeiten zu sprechen, wie Tiere mit Hitze umgehen - durch Schwitzen oder Hecheln zum Beispiel, mit ...

Das Eis schmilzt - Von der Klimakrise und dem Appel zum Handeln

 Als Polarforscher hat Arved Fuchs im Laufe der Jahrzehnte Einblicke in die Auswirkungen der Erdregionen erhalten,  zu denen die meisten Menschen niemals Zugang haben werden.  Zwar  ist das Foto des verhungernden Eisbären auf einer abgebrochenen Eisscholle viral als Symbol für die  Erwärmung der Polargebiete geworden - doch wenn Forschungsschiffe plötzlich problemlos Gebiete durchschiffen können, in denen noch wenige Jahre zuvor noch dichtes Packeis einen Wettlauf mit der Zeit zur Durchquerung der Passage machte, dann zeigt sich der Klimawandel mit einer noch ganz anderen Deutlichkeit als in den Extremwetterereignissen in unseren Breitengraden, den immer heißeren Sommern. Mit seinem Buch "Das Eis schmilzt" hat Arved Fuchs seine Forderungen nach neuem Denken bei Klimaschutz und Wirtschaft in eine auch für Nicht-Wissenschaftler leicht verständliche Form gebracht, die auch Menschen ohne viel Hintergrundwissen nicht überfrachtet. Mit zahlreichen Bildern sowohl von s...

Fassungslosigkeit und Zorn eines Wissenschaftlers - "Heißzeit"

Skeptiker und Verschwörungstheoretiker wollen das Problem nicht wahrhaben. Das sei doch alles übertrieben. Die Sache sei beherrschbar. Bloß nicht auf Angstmacher und Lügenpresse hören! Klingt bekannt? Nein, es geht nicht um die Corona-Pandemie, die für deren Leugner  eine Erfindung von dunklen Mächten ist, vorzugsweise in Politik und Medien. Es geht um den Klimawandel und den Umgang damit - oder vielmehr seine Negierung und Vernachlässigung von viel zu vielen Entscheidern in Politik und Wirtschaft. Mit seinem Buch "Heißzeit" hat der bekannte Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif eine Abrechnung mit  Ignoranz, blindem Fortschrittsglauben und mangelndem Handlungsmut geschrieben. Mit 65 Jahren ist Latif nicht gerade Teil der "Generation Greta", aber er forschte und warnte schon  lange ehe die schwedische Klimaaktivistin die Weltbühne betrat und mit "Fridays4Future" internationale Aufmerksamkeit erhielt. Wer "Heißzeit" liest, erkennt dabei ein ...

Der Klimawandel kommt - Folgen für Menschen in Nord- und Südsee

Es ist ein interessantes Konzept, die Auswirkungen des Klimawandels zu zeigen: zwei ganz unterschiedliche kleine Gemeinschaften, relativ isoliert von der Außenwelt,   beide vom Anstieg der Meeresspiegel in ihrer Existenz bedroht, ob nun als Angehörige einer Industrienation oder als Vertreter des globalen Südens. In „Nordsee – Südsee“, herausgegeben vom Klimahaus Bremerhaven, wird genau das getan.   Vorgestellt werden zwei Welten im Wandel,   auf den Halligen in der Nordsee und auf Samoa und den benachbarten Inselatollen in der Südsee. Das Buch ist eine konsequente Fortführung der Ausstellung des Klimahauses, die die Besucher entlang eines Längengrades führt. Reich bebildert erinnert der Band eher an ausführliche Umweltreportage als an eine wissenschaftliche Analyse. So versucht   Autorin Jana Steingässer gar nicht erst die Wahrung objektiver Distanz, sondern berichtet mit offenkundiger Sympathie über die Menschen, die sich fragen, ob ihre Enkel oder Urenkel noc...

Vor Hitzewellen und Starkregen - ist Extremwetter die neue Normalität?

Als Klimawissenschaftlerin in Oxford ist Friederike Otto trotz Philosophiestudium nicht gerade im Elfenbeinturm reiner Wissenschaft stecken geblieben. Im Gegenteil - als Mitbegründerin der "attribution science" - die deutsche Bezeichnung Zuordnungswissenschaft klingt ähnlich sperrig - setzt sie auf ein Tempo, das für die klassische Arbeit an wissenschaftlichen Fachveröffentlichungen beängstigend erscheinen mag. Aber dann: Mit den Schwerpunkten Klimawandel und Extremwetter befasst sie sich mit einem Thema, das selbst an die Geschwindigkeit einer losgetretenen Lawine erinnert. Ihr Buch "Wütendes Wetter" stellt diese Arbeitsinhalte nun auch interessierten Laien von. Zugegeben: Die Erläuterungen zu Forschungsmethodik und Entwicklung dieses speziellen Wissenschaftszweigs sind ein bißchen langatmig, und die Vorliebe der Autorin für Gendersternchen macht das Ergebnis nicht gerade lesefreundlicher. Doch im weiteren Verlauf des Buches lohnt sich das Durchhalten, wenn es um...

Land unter im Paradies - Reportagen zum Klimawandel

#Sachbuch #Klimawandel #Umwelt #Afrika #Nahost #Europa #USA Wie zeigt sich der Klimawandel im Kleinen, für Weinbauern und Fischer, für Inselbewohner und Menschen, die in Regionen leben, in denen ohnehin schon Wassermangel herrscht? Dieser Frage ist die Historikerin und Autorin Susanne Götze in einer Sammlung von Reportagen nachgegangen. Ein Großteil der in Afrika, Europa, Amerika und dem Nahen Osten recherchierten Artikel ist nicht mehr ganz neu – einige von ihnen wurden bereits vor rund zehn Jahren veröffentlicht. Götze sprach mit Kommunalpolitikern und Bauern, Wissenschaftlern, Umweltschützern, aber auch mit Leugnern des Klimawandels. Ihr persönliches Engagement und ihre eigene Betroffenheit über die Auswirkungen von Klimaveränderungen, über nur langsam greifende Anpassungsmaßnahmen werden nicht nur angedeutet, sie sind stellenweise geradezu plakativ.  Darin liegt die Schwäche der Reportagesammlung, jedenfalls wenn die Grundregeln objektiver, an Tatsachen orientiert...