Die Liebenden und ihre Trauer
Akwaeke Emezi, aus Nigeria stammend und in den USA lebend, hatte mich mit ihren ersten Romanen fasziniert. Da traf queerfeministische Haltung auf Spritualität der Volksgruppe der Igbo, rieben sich afrikanische und amerikanische Wertvorstellungen aneinander, schien sich die nichtbinäre Autor*in auszuloten zwischen den Welten. Das Lesen war mit einem ziemlichen Wow-Effekt verbunden. Emezis neuer Roman "Du bist so schön, sogar der Tod erblasst" lässt mich allerdings zwiespältig zurück. Denn irgendwie kommt es mir vor, als habe sich Emezi diesmal an den kommerziellen Erfolg verkauft, womöglich gar auf die Vefilmbarkeit des Romans geschielt mit Schauplätzen in einem New Yorker Brownhouse und einer Karibik-Insel, mit Künstler- und Stargastronomen-Milieu und Queerness gedämpft auf das, was einem Mainstream-Publikum auch alter Werte zumutbar ist. Dabei ist der Plot gar nicht ohne: Die Künstlerin Feyi ist nach dem Unfalltod ihres Mannes vor fünf Jahren wie eingefroren, kann eine neu...