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Slow Horses im Schneegestöber - Mick Herron glänzt erneut

 Disclaimer: Ich war vermutlich voreingenommen, als ich "Joe Country" von Mick Herron las. Denn ich fand bereits die Vorgängerromane großartig, habe den Autor als intelligent, spannend und mit diesem sehr britisch-selbstironischen schwarzen Humor erlebt - da gehe ich von vornherein mit großem Wohlwollen an jedes neue Buch des Autors heran. Wobei er dadurch ja auch hohe Erwartungen zu erfüllen hat. Und gleich vorrneweg, ich bin auch diesmal nicht enttäuscht worden.  Einen Wermutstropfen gibt es allerdings, Herron hat die Angewohnheit, sich seiner Figuren öfter mal gewaltsam zu entledigen. Als Leser ist man daher gut beraten, keine der Figuren zu sehr ins Herz zu schließen, auch wenn die Spionage-Pechvögel aus dem Slough House dazu einladen können. Die ungeliebten Versager des MI5 haben diesmal nicht nur mit den Ätz-Kommentaren ihres Chefs Jackson Lamb zurechtzukommen, sondern auch mit einer Rettungsmission, die sie ins tiefste Schneegestöber in Wales führt. Dabei spielen auch ...

Die Kunst des Scheiterns und die Faszination des bösen Bosses - Mick Herron über die Slough House-Serie

 Ich gebe es zu: Das Mick Jagger Video mit dem Titelsong für die Mini-Serie "Slow Horses" hatte mein Interesse geweckt und mich auf den britischen Schriftsteller Mick Herron aufmerksam  gemacht:  "surrounded my losers, misfits and boozers..." - ja, das klingt nicht gerade nach einer vielversprechenden Arbeitsumgebung. Jedenfalls besorgte ich mir Band eins und auch die folgenden. Nun erscheint bei Diogenes mit "London Rules" der fünfte Band der mittlerweile achtreihigen Serie in deutscher Ausgabe,   Agenten, die keinerlei Lizenz zum Killen haben stehen im Fokus der vielfach ausgezeichneten Krimis von Mick Herron um den Geheimagenten Jackson Lamb. Seit April 2022 läuft der Stoff als Serie bei Apple TV mit Gary Oldman. Spätestens seitdem ist der Autor mit dem sehr britisch-schwarzen Humor, ironischen Dialogen und gepflegtem Sarkasmus kein Geheimtipp mehr.  Herron mag an die Tradition von John LeCarré anknüpfen, doch die Protagoniste seiner Bücher sind Agenten...