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John Lennon als Nachbar

Die Upper West Side in New York war schon immer ein nobles Pflaster, selbst zu der Zeit, als die Stadt mit Drogen und enormen Kriminalitätsraten Negativschlagzeilen machte. Doch selbst unter den Provilegierten, die  im Herzen Manhattans zu Hause sind, ist Anton Winters Adresse schon was Besonderes. Denn im Dakota Building, in dem der Sohn eines Talkshow-Moderators mit seinen beiden Geschwistern aufgewachsen ist, gehören zu den berühmten Nachbarn Lauren Bacall sowie John Lennon und Yoko Ono. Adresse ist eben alles, auch wenn es bei den Winters gerade ein bißchen klammer als gewöhnlich zugeht. Seit seinem Nervenzusammenbruch vor laufender Kamera liegt Buddy Winters Karrierre auf Eis. Doch allmählich fühlt er sich bereit für neue Projekte. Anton, der schon als Jugendlicher die rechte Hand seines Vaters war, soll ihm dabei behilflich sein., Zeit hat der mittlerweile 23-Jährige, der ein Jahr lang beim Peace Corps in Gabun war, bis ihn eine schwere Malaria fast das Leben kostete. In Ne...

Familienroman aus dem hohen Norden - Vaters Wort und Mutters Liebe

Die Beziehungen zwischen Geschwistern, das weiß jeder, der kein Einzelkind ist, ist etwas Besonderes. Ganz egal, wie konfliktreich, wie sehr man sich streitet, um die Aufmerksamkeit der Eltern konkurriert, Futterneid entwickelt - am Ende sind die Geschwister, die uns besser kennen, als so ziemlich jeder andere Mensch, oder wissen, wie wir zu denen wurden, die wir sind. In Nina Wähäs Familienroman "Vaters Mord und Mutters Liebe" geht es um besonders viele dieser Geschwisterbeziehungen, denn immerhin umfasst die Familie Toimi 12 überlebende Geschwister, insgesamt hat Mutter Siri 14 Kinder geboren.  Eine Bauernfamilie im Norden Finnlands, mit der sanften, duldsamen Mutter Siri und Vater Pentti, der mit seinem zornigen Wesen, seiner Unfähigkeit Liebe zu zeigen, seiner Härte nicht nur der Familientyrann ist, sondern auch immer abseits zu stehen scheint. Wähä, eigentlichlich Schauspielerin, inszeniert ihren vielschichtigen Familienroman ein bißchen wie ein elisabethanisches Bühne...

Der etwas andere Familienroman -"Dreck am Stecken"

Die Mutter wollte die Vergangenheit immer ruhen lassen, sprach nicht von ihren Eltern. Sie hatte schließlich auch mit der Gegenwart genug zu tun - vier Kinder von vier verschiedenen Männern, psychische Probleme, bei Alkohol und Zigaretten mehr Konsum, als gut tat Eine eher prekäre Existenz, zahlt doch nur einer der Väter regelmäßig Unterhalt. Für Johannes und seine Brüder ist die Mutter dennoch das unbestrittene Zentrum ihres kindlichen Universums und auch die vier Jungen halten zusammen wie Pech und Schwefel in Alexandra Fröhlichs Roman "Dreck am Stecken". Und dann ist da noch Opa Heinrich, der lange Zeit unbekannte Opa, der eines Tages mit seinem Köfferchen vor der Tür der Hamburger Wohnung steht und sich gewissermaßen selbst einquartiert. Er stört die Kreise des brüderlichen Rudels nicht sonderlich und erweist sich spätestens dann als nützliches Familienmitglied, als sich die Mutter einen Tag nach Johannes´ 18. Geburtstag die Pulsadern aufschneidet. Opa Heinrich übernimm...

Der Siebenbürger Tate - "Otto"

Die "jiddische Mamme" ist vielleicht ein klischeeüberladenes Stereotyp, aber in der überbehütenden, überfordernden, übernahen Übermutter steckt häufig auch ein Kernchen Wahrheit, schließlich sind es die Mütter, die nicht nur die Hüterinnen der Sabbatkerzen sind und die Trägerinnen der Religion im Sinne der Halacha, sondern als Mittlerinner der Tradition auch die Hüterinnen von Erinnerungen und Trauma. Wobei ich mir nicht immer ganz sicher bin, ob es etwa einen Unterschied zur "matka polska" gibt, der überbehütenden, überfordernden, übernahen, die sich ebenfalls ungefragt einmischt in das Leben ihrer Kinder, auch wenn die schon längst graue Haare bekommen. Andererseits gab es da zumindest vor dem Zweiten Weltkrieg eine erhebliche Schnittmenge. In "Otto", dem mitunter gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen treibenden Roman von Dana von Suffrin geht es nur ganz am Rande um Mütter. Hier ist es Otto, der gebürtige Siebenbürger, der "jiddishe Tate", ...

Worauf wir hoffen - Familiengeschichte um Vertrauen, Liebe, Eifersucht

Mit „Worauf wir hoffen“ hat die amerikanische Autorin Fatiuma Farheen Mirza nicht nur eine emotionsgeladene Familiengeschichte geschrieben, sondern auch in gewisserweise ihre Stimme in der #vonhier-Debatte erhoben. Denn zum einen geht es im Verhältnis der Geschwister Hadia, Huda und Amar zu ihren Eltern und untereinander um Liebe und Eifersucht, um Vertrauen und diese Verbundenheit, die die Beziehung von Geschwistern noch über die zu den engsten Freunden stellt. Da sind Konflikte, die viele Familien kennen: Warum wird der Sohn anders behandelt als die Töchter? Wird das „schwierige“ Kind mehr geliebt, weil es die Aufmerkamkeit der Eltern auf sich ziueht? Wer hat welche Freiräume, wer muss mehr um sie kämpfen? Wo fühlt sich ein Kind von einer besonders engenVerbindung der anderen Geschwister ausgeschlossen? Wer spielt welche Rolle im Familienverband und warum? Insofern wird hier, aus wechselnden Perspektiven, das Aufwachsen der Geschwister in einer kalifornischen Stadt er...

Deutsches Haus - Die Dolmetscherin und der Auschwitz-Prozess

#Familienroman #Zeitgeschichte #Frauenliteratur #Deutschland #Holocaust “Deutsches Haus” heißt die Gaststätte, die die Eltern der jungen Dolmetscherin Eva in Frankfurt betreiben. Bürgerliche Küche, Gänsebraten mit Rotkohl und Klössen – es sind die fetten Jahre der jungen Bundesrepublik und nichts lässt ahnen, dass schon in wenigen Jahren auch in Frankfurt Studenten durch die Straßen ziehen und mit dem Muff der Vergangenheit ausräumen wollen. Eva, behütet, ein wenig altmodisch und frisch verlobt, liegt der Gedanke an alles revolutuionäre jedenfalls fern. Sie träumt vom sozialen Aufstieg an der Seite eines Unternehmersohns, und dass dieser von seiner Frau Unterordnung erwartet, stört sie nicht weiter. Zufällig, ausgerechnet beim Antrittsbesuch des Freundes bei ihrer Familie, wird sie zu einem Auftrag gerufen. Normalerweise übersetzt Eva zu Wirtschaftsfragen aus dem Polnischen. Zu dem, was sie in einem Büro des Generalstaatsanwalts übersetzen soll, fehlen ihr, buchstäblich, d...