Babysprache und Rotlichtmilieu
Vater Zuhälter, Mutter Prostituierte - da ist es vielleicht nicht erstaunlich, dass auch Ibli, eine der Protagonistinnen in Cecilia Joyce Röskis Debütroman "Poussi" ebenfalls im Gewerbe landete und in dem Laufhaus "Palast" arbeitet, in dem bereits ihre Mutter anschaffte, ja, in dem Ibli in einem Zimmer aufwuchs. Als Ich-Erzählerin zeigt Ibli den Leser*innen durch ihre Perspektive den Blick auf Kolleginnen und Freier, die "Pois", ein Leben zwischen Langeweile, Routine und tröstungsbedeürftigen Männern (aber das kostet extra) Im Wechsel mit den Schilderungen von Ibli verfolgt die Autorin das Leben von "Lackschuh", Iblis Vater, in einer Zeit, als sie etwa 13 Jahre alt war. Da hat der spielsüchtige Mann den Zenit seines Erfolgs schon längst überschritten, ist zunehmend vereinsamt, verschuldet und im Dauerkrisenmodus, längst vieler sozialen Bindungen verlustig gegangen. Sex Talk findet trotz des Rotlichtmilieus kaum statt, im Gegenteil: Für Ibli hat...