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Posts mit dem Label "Familiendrama" werden angezeigt.

Familiendrama in der Pandemie

 Angie Kim hat viel reingepackt in ihren Roman "Happiness Falls", dessen Titel, wie sich beim Lesen zeigen wird, vielschichtig das Drama einer amerikanisch-koreanischen Familie vorwegnimmt. Neben einem Vermisstenfall und den Erschütterungen einer Familie handelt der Roman ebenso auch von Identität, Zuschreibung, Alltagsrassismus, Umgang mit Behinderten, ist durchaus auch eine Coming of Age Geschichte. Kim erzählt aus der Perspektive der 20-Jährigen Mia. Der Corona-Lockdown hat die Studentin zurück ins Elternhaus zum Onlinestudium vertrieben. Mia und ihr Zwillingsbruder John sind beide hochbegabt, allerdings völlig unterschiedliche Charaktere: Während John ein eher musischer und optimistischer Mensch ist, der äußerlich seinem weißen amerikanischen Vater ähnelt, hat Zwillingsschwester Mia das asiatische Aussehen ihrer koreanischen Mutter geerbt. Sie ist vor allem technisch-analytisch begabt, neigt dazu, alles zu hinterfragen und ist mitunter anstrengend selbstgerecht. Und dann ...

Hochdramatischer Psychothriller in trügerischer Vorstadtidylle

  "Die Familie gegenüber" ist bereits das zweite Buch der australischen Autorin Nicole Trope, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Nach "die Tochter meines Mannes" waren meine Erwartungen an "Die Familie gegenüber hoch. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Dieser Psychothriller, in dem es um mehr als ein Familiendrama geht, ist äußerst dramatisch und hochspannend, mit eine Twist, der der Geschichte kurz vor Schluss noch einmal eine ganz neue, aber im Gesamtplot äußerst stimmige Richtung gibt. Und einmal mehr spielt die Autorin mit Zeit- und Erzählebenen, die die Leser über manche später wichtige Entwicklingen zunächst im Ungewissen lassen beziehungsweise grübelnd, wie sich die Stränge wohl zusammenfügen mögen. Dramatisch geht es bereits zu Beginn zu: Eine junge Mutter beschäftigt sich mit ihrem Baby, als sie von draußen Knallgeräusche wahrnimmt. Die ältere Nachbarin ist in heller Aufregung, redet von Schüssen. Die Polizei, die kurz darauf auftaucht, wirkt nur a...

Nigerianisches Babydrama - Das Baby ist meins

 Den Debütroman "Meine Schwester, die Serienmörderin" der nigerianischen Autorin Oyinkan Braithwaite fand ich sofort überzeugend: Makaber, witzig, unerwartet und mit ironischen Einblicken in die Gesellschaft des westafrikianischen Landes und das Leben in der Mega-Metropole Lagos. Mit ihrem Buch "Das Baby ist meins" kehrt Braithwaite ins Lagos des Corona-Lockdowns zurück, weniger blutig, mit einem ganz anderen Thema, aber auch hier geht es um Familienbeziehungen, Loyalität und Betrug. Mit gerade mal 128 Seiten ist die Geschichte des Streits um ein süßes Baby eher eine Novella - vielleicht auch dem aktuellen Bezug geschuldet. Ich-Erzähler Bobbi  hat es mit seinen 28 Jahren nicht sonderlich eilig, sich zu binden. Zwar verbringt er den Lockdown angenehm  in dem Apartment seiner aktuellen Freundin, doch dummerweise findet sie ein paar einschlägige Textnachrichten und Fotos auf seinem Handy. Das Argument vieler afrikanischer Männer, dass eine einzige Frau einfach nicht au...

Ein Thriller als Briefroman - hinter diesen Türen

 Das leise Grauen kann besonders eindringlich sein, dazu braucht es keine Brutalo-Szenen. Das bewahrheitet sich auch in dem Thriller "Hinter diesen Türen" der britischen Autorin Ruth Ware, in dem nichts ist, wie es scheint. Außerdem ungewöhnlich: Ihr Thriller kommt in Form eines Briefromans daher, über weite Strecken aus der Sicht einer jungen Frau, die aus der Untersuchungshaft heraus versucht, einen Anwalt dazu zu bringen, ihren Fall zu übernehmen. Der Leser weiß früh: Der angebliche Traumjob der jungen Erzieherin Rowan Caine als Kindermädchen einer sechsköpfigen Familie in den schottischen Highlands endete nicht gut. Die junge Frau sitzt wegen des Todes eines Kindes im Gefängnis. Doch um welchen ihrer Schützlinge es sich handelt, ob sie schuldig ist oder nicht, ob sie überhaupt zurechnungsfähig ist - auf all diese Informationen lässt Ware ihre Leser lange warten. Überhaupt bleibt manches Detail dann doch der Phantasie  des Lesers überlassen. Psychologische Spannung, eine d...