Posts

Lebensreise zwischen Ost und West - "Es war einmal im Fernen Osten"

Mit ihrer Autobiografie „Es war einmal im Fernen Osten“ hat die chinesische Filmemacherin und Schriftstellerin Xiaolu Luo eine Lebensgeschichte zwischen Ost und West, vom China Maos und dem rasanten Wandel seit seinem Tod, von Heimatlosigkeit, Kulturschock und Sprachlosigkeit geschrieben. Dabei bleiben einige Widersprüche ungelöst, wenngleich das Buch einen faszinierenden Blick auf die chinesische Gesellschaft ermöglicht zu einer Zeit, in der China von derAußenwelt weitgehend abgeschlossen war und das Leben in der Provinz zeigt, weitab der Metropolen wie Peking oder Guangxhou. Das Grundwesen einer Autobiogafie ist auch ihre Schwäche – das gilt auch in diesem Fall. Denn wenn ein Autor oder eine Autorin den Wunsch hat, das eigene Leben in den Mittelpunkt eines Buches zu stellen, spielt da immer auch eine gewisse Eitelkeit und Selbstzentriertheit mit. Dabei ist es im Fall Guos ja keineswegs so, dass ihre vorangegangenen Bücher losgelöst von ihren eigenen Erfahrungen waren...

Flucht in die Schären - Schweden-Krimi zu Gewalt gegen Frauen

#Krimi #Schweden Mina ist jung, blond und hübsch, hat einen kleinen Sohn und lebt in einem schönen Haus in einer Villengegend. Doch das Leben der jungen Frau ist alles andere als unkompliziert. Ihr Mann Andreis ist nicht nur in Drogengeschäfte verwickelt, denen er seinen beträchtlichen Wohlstand verdankt, er schlägt bei jeder Gelegenheit brutal zu. Doch Mina glaubt den Versprechungen, dass er sie liebe und diesmal bestimmt zum letzten Mal zugeschlagen habe. Allen Beschwörungen ihrer besorgten Eltern zum Trotz hält sie zu Andreis. Doch als   Mina wieder einmal krankenhausreif geprügelt wurde und womöglich nur dank eines anonymen Anrufs beim Rettungsdienst den neuen Angriff des gewalttätigen Ehemanns überlebte, lässt Staatsanwältin Nora Linde nicht locker. Die Leiterin der Behörde gegen Wirtschaftskriminalität plant eine Anklage gegen Andreis – wegen Steuerhinterziehung, nicht wegen der nicht nachweisbaren Drogengeschäfte.   Sie hofft, dass Mina endlich gegen ihren Mann ...

Land unter im Paradies - Reportagen zum Klimawandel

#Sachbuch #Klimawandel #Umwelt #Afrika #Nahost #Europa #USA Wie zeigt sich der Klimawandel im Kleinen, für Weinbauern und Fischer, für Inselbewohner und Menschen, die in Regionen leben, in denen ohnehin schon Wassermangel herrscht? Dieser Frage ist die Historikerin und Autorin Susanne Götze in einer Sammlung von Reportagen nachgegangen. Ein Großteil der in Afrika, Europa, Amerika und dem Nahen Osten recherchierten Artikel ist nicht mehr ganz neu – einige von ihnen wurden bereits vor rund zehn Jahren veröffentlicht. Götze sprach mit Kommunalpolitikern und Bauern, Wissenschaftlern, Umweltschützern, aber auch mit Leugnern des Klimawandels. Ihr persönliches Engagement und ihre eigene Betroffenheit über die Auswirkungen von Klimaveränderungen, über nur langsam greifende Anpassungsmaßnahmen werden nicht nur angedeutet, sie sind stellenweise geradezu plakativ.  Darin liegt die Schwäche der Reportagesammlung, jedenfalls wenn die Grundregeln objektiver, an Tatsachen orientiert...

Lenz - Terrorverdacht und Loyalität unter Freunden

Kriegstreiber und Terrorjäger, geniale Wissenschaftler und eigenbrötlerische Beamte – mit Kommissar Eschenbach und dem pensionierten Archivar Lenz, der über ein photographisches Gedächtnis verfügt, hat Michael Theurillat zwei eidgenössische Geistesverwandte von John le Carrés George Smiley geschaffen. Und wie dieser zeigt er sich als Meister intelligenter Spannung, mit Protagonisten, die im System der Bürokratie und des Behördenapparates eigene Wege gehen, anecken und Machenschaften auf die Spur kommen, die um jeden Preis vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben sollen. Doch an die Stelle des Kalten Krieges ist eine Welt von Fehlinformationen, Manipulationen und Fake News getreten. Wer profitiert vom Krieg in Syrien, wer ist mit welchen Interessen im Einsatz? Ein Todesfall, der auf den ersten Blick unverdächtig erscheint, lässt den gerade aus einem längeren  USA-Aufenthalt zurückgekehrten Eschenbach aufhorchen. Ein alter Mann ist tot in seiner Wohnung  gefunden ...

Der Tyrann - von Shakespeare und Machtmenschen

“Er ist ein pathologischer Narzisst und in höchstem Maße arrogant. Er verfügt über eine groteske Anspruchshaltung und hat nie einen Zweifel daran, dass er tun knn, was er will. Er brüllt gern Befehle und sieht, wie seine Untergebenen sie hastig ausführen. Er erwartet unbedingte Loyalität, ist aber unfähig zur Dankbarkeit” Wer nach diesen Zeilen ein weiteres Enthüllungsbuch aus dem Weißen Haus oder ein Psychogramm der Trump-Administration erwartet, täuscht sich. In seinem Buch “Der Tyrann” schildert der Literaturwissenschaftler und Pulitzer-Preisträger den Charakter des Shakespeare-Schurken Richard III. Darin setzt er sich mit “Shakespeares Machtkunde für das 21 Jahrhundert” auseinander. Der Keim seines Buches, so schreibt Greenblatt, sei seine “wachsende Sorge über den Ausgang einer bevorstehenden Wahl” gewesen. Und nachdem die Wahl seine schlimmsten Befürchungen bestätigt habe, grübelte er weiter über “Shakespeares unheimliche Relevanz für die politische Welkt, in der...

Mulans Töchter - von Schwertkämpferinnen und Prinzessinnen

#Sachbuch #China #Frauen #Gesellschaft In Männerkleidung und mit dem Schwer zogen chinesischen Legenden zufolge Frauen wie Qui Jin und Hua Mulan in den Kampf, für die Ehre ihrer Famili, zur Unterstützung ihrer Väter. Die kämpferische, selbstbewusste Frau blieb gleichwohl im alten China noch mehr die Ausnahme als im Westen – dafür sorgteb schon die zum Schönheitsideal emporgehobenen “Lotusfüßchen”, mit denen chinesische Frauen buchstäblich keine großen Schritte unternehmen konnten, sondern jahrelang Schmerzen aushalten mussten, während ihre Füße für die Idealform verkrüppelt wurden. Die niederländische Autorin Bettine Vriesekoop machte sich für ihr Buch “Mulans Töchter” auf die Suche nach den jungen Frauen des zeitgenössischen China, führte zahlreiche Gespräche, um das Lebensgefühl der Chinesinnen nach Jahren der Ein-Kind-Politik im Riesenreich zwischen Tradition, dem Einfluss der Kommunistischen Partei in die Lebensbereiche und Aufbruch zu finden. Wie sind sie, die jungen Ch...

The President is missing - Politthriller mit ganz besonderem Co-Autor

Ein Präsident in Bedrängnis, ein Verräter im Weißen Haus, ein bevorstehender Akt von Cyber-Terror, der da mächtigste Land der Welt in die Knie zwingen und dunkle Zeiten ankündigen könnte – das sind die Hauptzutaten des Polit-Thrillers “The President is missing”, der mit Bill Clinton einen wahren Insider des politischen Washingtons als Co-Autor hat. Mit einem drohenden Impeachment hat Clinton bekanntlich Erfahrung. Auch Jon Duncan, der literarische Hausherr in dem von Clinton und James Patterson beschriebene Hausherr im Weißen Haus, muss ein Amtsenthebungsverfahren fürchten. Allerdings nicht im Zusamenhang mit unwahren Aussagen über sexuelle Eskapaden – dieser Präsident ist Witwer und trauert nach wie vor so sehr um seine Frau, dass er gar kein Auge für romantische Möglichkeiten hat. Die Opposition, vor allem der ehrgeizige Führer der Oppositonspartei, will ihn allerdings wegen eines Kontaktsversuchs zu einem Cyberterroristen zu Fall bringen. Auch auf die Loyalität seiner Vizepräsi...